Hl. Benedikt Menni (1841-1914)

Vom Banker zum Experten der Behindertenhilfe:
Benedikt Menni (1841–1914)
Gedenktag am 24. April

Eine bedeutende Persönlichkeit des 19./20. Jahrhunderts im Orden der Barmherzigen Brüder war der heilige Benedikt Menni. Ihm gelang die Wiedererrichtung des Ordens in verschiedenen Ländern, er gründete eine Schwesterngemeinschaft und war kurzzeitig Generalprior des Hospitalordens.

Gelernter Banker

Angelo Ercole Menni wurde 1841 in Mailand als Sohn eines Holzhändlers geboren. In seiner Heimatstadt arbeitete er als Bankangestellter. Die Barmherzigen Brüder lernte er 1859 kennen, als er im Krankenhaus Lodi bei Mailand nach der Schlacht von Magenta bei der Pflege Verwundeter half. Nach dem Ordenseintritt und Theologiestudium wurde Benedikt Menni 1866 zum Priester geweiht und erhielt bereits ein Jahr darauf vom Ordensgeneral Giovanni Maria Alfieri den Auftrag, den Orden auf der Iberischen Halbinsel wieder zu errichten. Noch 1867 konnte er in Barcelona ein Kinderkrankenhaus eröffnen – das erste seiner Art in Spanien. Es folgten über 20 weitere Krankenhäuser, insbesondere für psychisch kranke und behinderte Menschen, aber auch Waisenhäuser und Altenheime.

Orden in Spanien, Portugal und Mexiko wiederbelebt

Der italienischen Ordenspriester konnte zudem den Hospitalorden in Portugal und Mexiko wiederbeleben. In Ciempozuelos bei Madrid war er Mitbegründer
der Hospitalschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu, die insbesondere psychisch kranke und behinderte Frauen betreuten. Pater Benedikt Menni fand in deren Klosterkirche seine letzte Ruhestätte.

Bis 1903 war Benedikt Menni in Spanien und Portugal Provinzial der 1884 wiedergegründeten Ordensprovinz zum heiligen Johannes von Gott. Zwischen 1909 und 1911 war er Apostolischer Visitator des Hospitalordens, dann wurde er zum Generalprior gewählt. Das Amt legte er jedoch ein Jahr später aus gesundheitlichen Gründen und aufgrund interner Schwierigkeiten nieder. Pater Benedikt Menni starb am 24. April 1914 in Dinan (Frankreich). 1985 wurde er von Papst Johannes Paul II. selig- und 1999 heiliggesprochen. Der heilige Benedikt Menni gab den Hospitalschwestern sechs Worte mit auf den Weg: „Bete, arbeite, ertrage, leide, liebe Gott und schweige“.

Hl. Benedikt Menni

Bete, arbeite, ertrage, leide, liebe Gott und schweige.