Hospitalität

Pater Thomas Väth, Klinikseelsorger, über Hospitalität

HOSPITALITÄT meint für mich …

... die mir von Gott geschenkte Fähigkeit, auf seine Liebe zu mir adäquat antworten zu können und seine Liebe weiterverschenken zu können, um immer mehr eins mit Gott zu sein, der die Liebe ist.

Was bedeutet die HOSPITALITÄT im Orden der Barmherzigen Brüder?

„Unsere Hospitalität hat ihren Ursprung im Leben Jesu von Nazaret: Vom Geist gesalbt und gesandt, den Armen die Frohe Botschaft zu bringen und die Kranken zu heilen, wirkt er Heilungen und deutet sie als messianische Zeichen des angebrochenen Reiches Gottes. In seiner Verkündigung offenbart er uns die barmherzige Liebe Gottes, des Vaters, seine Treue, sein Vertrauen und seine Zuwendung zum Menschen. Er macht kund, dass er vom Vater gesandt ist, das Leben zu bringen. Im Bewusstsein seiner Sendung ist er mit Vorliebe den Schwachen, Kranken und Sündern nahe. Diese nimmt er mit Worten und Gesten von tiefem Verstehen und großer Menschenfreundlichkeit auf. Er leidet mit den Leidenden, identifiziert sich mit den Armen, Kranken und Bedürftigen und macht sie zu lebendigen Zeichen seiner Gegenwart. Was wir also einem von ihnen tun, das betrachtet er für sich selbst getan.“ (Konstitutionen der Barmherzigen Brüder, Artikel 20)

Wo versuchen Sie die HOSPITALITÄT zu leben?

Ich würde die Hospitalität gerne immer und überall leben, allerdings gelingt mir dies eher sporadisch. Vielleicht gelange ich im Laufe meines Lebens noch an den Punkt, dass Hospitalität meine Grundmaxime jeglichen Denkens und Handelns wird. Dass mein Sein von Hospitalität komplett durchdrungen ist.

Wann haben Sie HOSPITALITÄT von anderen erfahren?

Im Urlaub besuche ich immer eine befreundete Familie, da erlebe ich Hospitalität so wunderbar, dass ich mir da auch eine Scheibe abschneiden kann! Außerdem finde ich es faszinierend, wie oft ich Hospitalität bei unseren Mitarbeitenden gegenüber Kollegen, Patienten, Gästen oder Bewohnern erfahre. Oft ist hier Hospitalität unscheinbar ins Handeln integriert.