Weitergabe des Charismas des hl. Johannes von Gott
Ein Charisma zum Teilen
Die Generalkommission für die Vermittlung des Charismas kam erstmals in Präsenz vom 2. bis 3. Juli in Rom zusammen
Es war alles andere als eine Nebensache: Zum ersten Mal kam die Kommission nahezu vollständig zu einer Präsenzsitzung zusammen – mitten im heißen römischen Sommer. Sich in die Augen zu schauen, zwischen den Arbeitseinheiten einen Kaffee miteinander zu trinken und endlich Gesichter und Stimmen mit Namen zu verbinden, die bisher nur per E-Mails oder Zoom-Sitzungen bekannt waren – all dies machte das Treffen zu weit mehr als einer gewöhnlichen Arbeitssitzung. Es wurde zu einem wertvollen Moment der gegenseitigen Begegnung und zu einem neuen Impuls für den gemeinsamen Weg.
An der Sitzung haben teilgenommen:
- Frt. Joaquim ERRA MAS, Generalrat
- Frau Immaculada ROIG, Spanische Provinz – Erweitertes Generaldefinitorium
- Herr Nuno LOPES, Portugiesische Provinz – Region Europa
- Frau Catherine MA, Koreanische Provinz – per Zoom – Region Asien-Pazifik
- Frt. Peter DAWOH, Afrikanische Provinz Heiliger Augustinus – Region Afrika
- Herr Charles AMEGNIKPO, Afrikanische Provinz Heiliger Pampuri – per Zoom – Region Afrika
- Frt. Juan Esteban PADILLA, Provinz Lateinamerika und Karibik – Region Amerika
- Frau Marianella HUAMAN, Provinz Lateinamerika und Karibik – Region Amerika
- Herr Sam CINO, Nordamerikanische Provinz – Region Amerika
- Frau Chiara DONATI, Generalkurie
Im Mittelpunkt der Beratungen stand eine einfache, zugleich aber kraftvolle Idee: die Weitergabe des Charismas des heiligen Johannes von Gott, um den Horizont der Hospitalfamilie zu erweitern.
Die Begegnung war geprägt von positiver Energie und konstruktiven Ideen. Ziel ist es, die Weitergabe des Charismas in allen Provinzen zu koordinieren und dabei die Herausforderungen sowie die kulturellen Besonderheiten jeder Region des Ordens zu berücksichtigen. Die Kommission ist bereit, über die künftigen Fortschritte zu berichten und Schritt für Schritt weiterhin an einer Hospitalität zu arbeiten, die immer partizipativer wird und alle anspricht.
Ein Weg, der mit wenigen Menschen beginnt, die sich um einen Tisch versammeln, dessen Blick jedoch weit in die Zukunft reicht. Denn ein Charisma wirkt, wenn es geteilt wird, „ansteckendt“: Es verbreitet sich und inspiriert andere.
Text und Foto: Generalkurie
Den Artikel finden Sie auch auf den Seiten der Generalkurie des Ordens: https://www.ohsjd.org/Objects/Home1.asp
Hintergrund:
Das Charisma des heiligen Johannes von Gott (1495–1550), dem Gründer des Ordens der Barmherzigen Brüder, ist die Hospitalität (gelebte Gastfreundschaft und tätige Nächstenliebe). Die „Familie des heiligen Johannes von Gott“ - so bezeichnet der Orden die Gemeinschaft von Barmherzigen Brüdern, Mitarbeitenden, Freunden und Förderern, die sich gemeinsam in der Nachfolge des Ordensgründers Johannes von Gott sehen, richtet ihr Handeln nach folgenden Ordenswerten aus: Hospitalität: Qualität, Respekt,Verantwortung, Spiritualität. Diese wurden von der Generalleitung der Barmherzigen Brüder Anfang 2010 für den Gesamtorden definiert. Dabei ist Hospitalität als der „Zentralwert“ zu verstehen, die vier weiteren Begriffe als „Orientierungswerte“.
Detaillierte Informationen zum Orden finden Sie auf unserer Homepage unter: https://www.barmherzige.de
oder Barmherzigen Brüder Österreich
ZUM GEDENKTAG DES HEILIGEN JOHANNES VON GOTT, am 8. März, beschrieb Generalprior Frater Pascal Ahodegnon am 28. Februar 2026 das Charisma des Ordensheiligen (und die Weitergabe) in seiner Botschaft zum Hochfest folgendermaßen:
„Das Charisma des heiligen Johannes von Gott entspringt dem Evangelium der Barmherzigkeit; gerade deshalb dürfen wir unsere Sendung auch in den schwierigsten Umfeldern nicht aufgeben. Wir müssen das Potenzial unseres Charismas entdecken, um auf die Herausforderungen unserer Zeit zu reagieren. Wir spüren die Notwendigkeit einer ernsthaften Reflexion, um nicht das Risiko eines rein horizontalen Ansatzes der Gastfreundschaft einzugehen, der die Dimension der Gnade, die in der Gabe der Gastfreundschaft lebt, verdunkeln könnte. Unsere Strukturen können verschwinden, aber nicht die Heiligkeit des Charismas, das sie zum Blühen gebracht hat. Unsere wahre Verbundenheit darf nicht dem Ort gelten, sondern der charismatischen Kraft, die an diesem Ort gelebt wird. Wenn das Charisma als Feuer der Nächstenliebe voll gelebt wird, kann es in neuen Formen, neuen Räumen und neuen Möglichkeiten in andere Orte übertragen werden. “ (…)
Hier finden Sie die ganze Botschaft von Generalprior Frater Pascal Ahodegnon: Generalprior zum Johannes-von-Gott-Hochfest am 8. März

