Gedenkgottesdienst zum 80. Todestag des seligen Eustachius Kugler

(11.06.2026)

Frater Eustachius Kugler (1867 bis 1946) war tatkräftig und visionär, bescheiden und gottesfürchtig. Zu seinem großen Einsatz für Kranke, Schwache und Arme gehörte ein unerschütterliches Gottvertrauen, welches ihn zu Krisenzeiten zu dem großen Krankenhausbau in Regensburg ermutigte. Der aufrichtige, demütige und glaubensstarke Barmherzige Bruder starb am 10. Juni 1946, einem Pfingstmontag, in Regensburg. Der gestrige Gedenkgottesdienst in der Krankenhauskirche St. Pius fand am 80. Todestag des Seligen statt. 
 

„In Gott’s Nam‘

Festgottesdienst zum 80. Todestag des seligen Eustachius Kugler am 10. Juni in der Krankenhauskirche St. Pius

Die Regensburger Krankenhauskirche St. Pius konnte dem Ansturm der vielen Gläubigen kaum Herr werden, als der Orden der Barmherzigen Brüder den Gedenktag des seligen Eustachius Kugler, genau 80 Jahre nach seinem Tod, am 10. Juni mit einem Festgottesdienst beging: Barmherzige Brüder, darunter auch Provinzial Frater Rudolf Knopp aus Wien, Vertreterinnen und Vertreter befreundeter Orden, Ehrenmitglieder, Freunde und Förderer und unzählige Mitarbeitende – erwähnt seien stellvertretend die beiden Krankenhausgeschäftsführer Sabine Beiser und Dr. Martin Baumann –, hörten der Predigt von Pfarrer Christoph Seidl aufmerksam zu. Der Beauftragte für die Krankenhausseelsorge im Bistum Regensburg hatte diese unter das Motto „In Gott’s Nam“ gestellt. In Konzelebration mit dem Münchner Prior, Pater Thomas Väth, Pfarrer Holger Kruschina aus dem Eustachius-Heimatort Nittenau und Pfarrer Heinrich Börner aus der Pfarrei Herz Marien, feierte Hauptzelebrant Pfarrer Seidl eine sehr persönlich gestaltete heilige Messe. 

Der Festprediger begann mit dem wohl bekannten Eustachius-Zitat: „Mit meinem Herrgott ausgemacht!“ Die damit verbundene Durchsetzung des Bauvorhabens Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Regensburg in den krisenhaften 1920er Jahren bezeichnete er als die „größte Leistung“ des späteren Seligen. Pfarrer Seidl erinnerte daran, dass die Stadt Regensburg bei diesem Großprojekt nicht in der Lage war, die Finanzierung zu leisten, sondern nur Grund und Boden zur Verfügung stellen konnte. Die Bayerische Volkspartei als stärkste Fraktion im Stadtrat, Oberbürgermeister Otto Hipp und Bürgermeister Hans Herrmann setzten das Vorhaben gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Liberalen, die ein Krankenhaus in konfessioneller Trägerschaft ablehnten, durch. Bedenkenträgern antwortete Eustachius Kugler: „Ich habe die Sache mit meinem Herrgott ausgemacht. Es wird nichts fehlen!“

Alljährlich sollten wir bei Feiern dieses Gedenktags nicht nur dankbar sein dafür, dass Eustachius es gewagt habe, forderte der Festprediger, sondern es gelte sich von diesem Gott-Vertrauen eine Scheibe abzuschneiden: „und zwar Verantwortliche für ein Krankenhaus ebenso wie die Menschen, die hier in einer schwierigen Phase ihres Lebens Gastfreundschaft erleben.“

Auch das Tagesevangelium von der Heilung des Dieners eines heidnischen Hauptmanns in Kafarnaum (Lk 7,1-10) beinhalte dieses grenzenlose Vertrauen in die Wirkmacht Gottes. Der bekanntester Satz der Bibelstelle komme in jedem Gottesdienst vor, daran erinnerte Pfarrer Seidl: Herr ich bin nicht würdig, dass Du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, dann wird meine Seele gesund. 

Gegen Ende der Predigt fragte Pfarrer Seidl was wir heute vom seligen Eustachius Kugler lernen könnten, der sich, ganz im Zeichen der Hospitalität des Brüderordens, unermüdlich für Arme und Kranke eingesetzt hat. Der Festprediger meinte schmunzelnd: „In Bayern ist ein wichtiges Wort: In Gotts Nam! Geh ma’s o!und schlug daraufhin „als Botschaft zum Mitnehmen“ folgende drei „G“ vor: Erstens: Gottvertrauen: hier sollte man sich bei Krankheit und scheinbarer Aussichtslosigkeit auch etwas schenken lassen, mit der Krankheit leben lernen! Zweitens:  Gastfreundschaft: Offenheit für alle – anderen Gutes tun ohne lange zu überlegen. Drittens:  Gelassenheit und Mut statt Resignation. „Wer nichts wagt, hat schon verloren! Die gilt für den Bau eines Krankenhauses, genauso wie für eine Gesundheitsreform oder für Kirchenreformen“, gab Pfarrer Christoph Seidl der Gemeinde mit auf den Weg. Dem Haus und allen, die hier leben und arbeiten, wünschte der Festprediger „dass dieser Geist des Eustachius Kugler nicht verloren geht!“ 

Der Gaudeamus-Chor unter der Leitung Gerhard Kolberg übernahm stimmungsvoll die musikalische Gestaltung des Festgottesdienstes. Im Anschluss lud Frater Thomas Väth im Namen des Regensburger Priors Frater Eberhard Michl alle zum gemeinsamen Festmahl im Mitarbeiterspeisesaal des Krankenhauses ein. Auf jeden warte dann noch ein Geschenk aus München, versprach Frater Thomas: ein Bastelbogen für eine Teelichtbanderole mit Bildern der Lebensstationen des Seligen. Eine schöne Erinnerung an diesen Tag. 

Text/Fotos: Kirsten Oberhoff