Diamantene Profess von Frater Edmund und Frater Christoph

(01.05.2026)

Es ist ein seltenes Geschenk, wenn man auf ein langes Ordensleben zurückblicken kann. In der Ordensprovinz Europa Mitte legten mit Frater Edmund Scherer und Frater Christoph Meißner zwei Barmherzige Brüder vor 60 Jahre ihre Ordensgelübde im Mai ab. In Wien wurde am 1. Mai ein großer Festgottesdienst gefeiert. 

120 Jahre Ordensleben

Ihr 60. Profess-Jubiläum feierten die Barmherzigen Brüder Edmund Scherer (Konvent Wien) und Christoph Meißner (Konvent Regensburg) am 1. Mai 2026 in der Wiener Klosterkirche im Rahmen eines Festgottesdienstes. An der Feier nahmen zahlreiche Brüder aus der Ordensprovinz Europa Mitte sowie Verwandte, Freunde und Mitarbeitende aus Bayern, Österreich, Tschechien, der Slowakei und Ungarn teil.

Mit der Feier dieses außergewöhnlichen Jubiläums würdigte der Orden zwei Brüder, die seit sechs Jahrzehnten in der Nachfolge des heiligen Johannes von Gott leben und wirken. Das 60. Profess-Jubiläum stehe für Beständigkeit, Glaubenstreue und ein Leben, das sich über viele Jahrzehnte in den Dienst Gottes und der Menschen gestellt hat, hieß es bei der Feier. Im Rahmen der Feier wurde auch das Lebenszeugnis der beiden Jubilare gewürdigt und für ihren langjährigen Dienst in Orden und Kirche gedankt.

„60 Jahre Profess sind ein beeindruckendes Zeugnis gelebter Berufung. Frater Edmund und Frater Christoph haben das Charisma der Barmherzigen Brüder über Jahrzehnte hinweg glaubwürdig gelebt und mitgeprägt. Für ihren treuen Dienst und ihr Wirken in der Gemeinschaft gilt ihnen unser aufrichtiger Dank“ so Frater Rudolf Knopp, Provinzial der Ordensprovinz Europa Mitte. Und Frater Rudolf weiter: „Ihr 60. Profess-Jubiläum ist nicht nur ein persönlicher Gedenktag für die beiden Jubilare, sondern ein sichtbares Zeichen für die Beständigkeit einer Berufung, die aus dem Glauben lebt und sich im Dienst am Menschen bewährt.“

Frater Edmund Scherer
Geboren wurde Frater Edmund 1942 in Kindberg in der Steiermark. Er absolvierte die Fachschule für Schlosserei in Bruck/Mur und begann ab 1959 bei der Alpine Kindberg zu arbeiten, kam dann nach Zeltweg in die Abteilung Maschinenmontage und von dort auf Montage nach Donawitz und Frantschach.

1964 trat er in den Orden der Barmherzigen Brüder ein. Am 1. Mai 1966 legte er seine Einfache Profess ab. Von 1967 bis 1970 besuchte er die Krankenpflegeschule, die er mit Diplom abschloss. Danach vertrat er in Wien für ein Jahr den erkrankten Spitalmeister im dortigen Krankenhaus der Barmherzigen Brüder. 1971 wurde er nach Schärding versetzt, wo er bis 1983 als Kneipp-Therapeut tätig war. Dort legte er 1972 seine Feierliche Profess ab und verfasste eine Geschichte der Kneippkuranstalten in Schärding und Biografien des Kneipp-Nachfolgers Bonifaz Reile sowie der Kneipp-Ärzte Ebenhecht und Rodler. Sein Interesse verlagerte sich dann auf verschiedene Gebiete der Heilkunde. Zudem erlernte er das Einrichten der Wirbelsäule und in Kursen die Fußreflexzonenmassage.

Ab 1983 wirkte er als Krankenpfleger bei den Barmherzigen Brüdern in Linz, ab 1986 in der Alten-und Pflegeeinrichtung in Kritzendorf bei Wien und ab 2008 im ordenseigenen Krankenhaus in Salzburg. Seit 2025 lebt er im Wiener Konvent der Barmherzigen Brüder.


Frater Christoph Meißner
Geboren wurde Frater Christoph 1948 in Lauf an der Pegnitz bei Nürnberg. Nach dem Besuch des Juvenats der Barmherzigen Brüder in Neuburg/Donau trat er in den Orden der Barmherzigen Brüder ein und legte am 12. Mai 1966 seine Einfache Profess ab, 1972 seine Feierliche. Nach der Mitarbeit auf Krankenstationen in Einrichtungen der Behindertenhilfe in Reichenbach und Algasing besuchte er 1967 bis 1969 in Rom das Internationale Kolleg des Ordens zur theologischen Weiterbildung. Aus dieser Zeit stammen seine ausgezeichneten Italienischkenntnisse, die er bei seinem Rom-Aufenthalt 1974 bis 1978 als Krankenpfleger im Krankenhaus auf der Tiberinsel weiter ausbaute.

Nach Jahren in der Behindertenhilfe in Algasing folgte für den ausgebildeten Krankenpfleger eine zwölfjährige Tätigkeit im Regensburger Krankenhaus. Auch auf Erfahrungen in der Altenpflege in Neuburg/Donau kann Frater Christoph zurückblicken. Im Münchener Krankenhaus war er von 1999 bis 2019 Krankenpfleger. Nun lebt er im Regensburger Konvent. Dort ist er ein gefragter Dolmetscher bei Besuchern aus der römischen Generalkurie.


Zur Profess bei den Barmherzigen Brüdern
Die Profess ist in katholischen Orden das feierliche Versprechen, die evangelischen Räte Armut, Gehorsam und Ehelosigkeit zu befolgen. Mit ihr weiht ein Ordensmann sein Leben dem Dienst an Gott und den Menschen und wird in die Gemeinschaft des Ordens eingegliedert.

Neben diesen drei klassischen Ordensgelübden legen die Barmherzigen Brüder zusätzlich das Gelübde der Hospitalität ab. Damit verpflichten sie sich in besonderer Weise zu einem Leben im Dienst an kranken und hilfsbedürftigen Menschen – ganz in der Nachfolge ihres Ordensgründers, des heiligen Johannes von Gott (1495-1550). Das Charisma der Barmherzigen Brüder ist auch heute aktuell: Es verbindet geistliche Berufung mit konkretem Dienst an Menschen in Krankheit, Not und Ausgrenzung.

Die Profess wird bei den Barmherzigen Brüdern nach dem Noviziat erstmals für ein Jahr versprochen und jährlich verlängert, bis die feierliche („ewige“) Profess für das ganze Leben erfolgt. Der zeitlichen („einfachen“) Profess gehen Postulantat und Noviziat voraus, der feierlichen Profess das Scholastikat (Berufsausbildung). Die Ablegung der Profess wird durch eine Professurkunde dokumentiert.

Gerade in einer Zeit, in der menschliche Zuwendung, ethische Orientierung und verlässliche Begleitung im Gesundheits- und Sozialbereich besonders gefragt sind, bleibt das Charisma der Barmherzigen Brüder hochaktuell.


Über die Barmherzigen Brüder
Die Ordensprovinz Europa Mitte ist eine von weltweit 17 Ordensprovinzen. Die Barmherzigen Brüder sind in 55 Staaten mit 562 Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens auf allen Kontinenten vertreten. Geführt werden die Einrichtungen von weltweit 936 Ordensbrüdern gemeinsam mit etwa 65.000 haupt- und 30.000 ehrenamtlich Mitarbeitenden.

In der Ordensprovinz Europa Mitte mit Standorten in Bayern, Österreich, Tschechien, Ungarn und der Slowakei betreiben die Barmherzigen Brüder gemeinsam mit rund 25.000 Mitarbeiter*innen Krankenhäuser sowie zahlreiche weitere Sozial- und Gesundheitseinrichtungen wie Alten- und Pflegeheime, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, eine Therapiestation für Drogenkranke, Hospize sowie Kur- und Wellnesseinrichtungen.

Nach dem Vorbild des Ordensgründers, des heiligen Johannes von Gott (1495-1550), betreuen die Barmherzigen Brüder Menschen ungeachtet der Herkunft, der Religion, des Geschlechtes oder des sozialen Status und wollen nach ihren Möglichkeiten für alle Hilfesuchenden verfügbar sein. Ein Kennzeichen des Ordens ist der Versuch, mit innovativen und nachhaltigen Lösungen drängenden Problemen im Gesundheits- und Sozialbereich zu begegnen und diese mit Professionalität und christlicher Nächstenliebe umzusetzen.


Barmherzige Brüder Ordensprovinz Europa Mitte

Fotos: Barmherzige Brüder/Bernhard Zahrl

FOTOS (von links nach rechts) 
1. Reihe;
Frater Edmund Scherer (links) und Frater Christoph Meißner (rechts)
Die barocke Wiener Klosterkirche der Barmherzigen Brüder
Beim Anschneiden der Jubiläumstorte

2. Reihe:
Barmherzige Brüder im Chorgestühl der Wiener Klosterkirche
Pater Thomas Väth hält den Gottesdienst
Frater Edmund und Frater Christoph bei ihrem Einzug

3. Reihe:
Frater Edmund und Frater Christoph während des Gottesdienstes
Provinzial Frater Rudolf Knopp bei der Ehrung und Ansprache im Wiener Refektorium
Die Jubiläumstorte

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Den Festtag finden Sie auch auf der österreichischen Ordenshomepage unter:60. Profess-Jubiläen

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