Ausstellung WürdeMenschen
„Ich habe gelebt und dabei genossen. Nun kann der „Boandlkramer ruhig kommen.“ Diese Aussage eines Hospizbewohners ist auf einer der sogenannten Würdetafeln zu finden, sie sind Bestandteil der aktuellen Ausstellung „WürdeMenschen im Hospiz“ im Gartengeschoß unseres Regensburger Krankenhauses.
Der Künstler Jörg Amonat begann das Projekt im Jahr 2019 in Jena und führte es anschließend in Erlangen fort. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen, die Menschen unabhängig von Alter oder Lebenssituation bewegen: Was bedeutet Würde? Ist die Würde des Menschen tatsächlich unantastbar? Wird sie uns mitgegeben – oder muss sie immer wieder neu errungen werden? Die in der Ausstellung gezeigten „Würdetafeln“ entstanden in berührenden Gesprächen mit Menschen im Hospiz. Sie erzählen von sehr persönlichen Erfahrungen mit Leben und Tod, von Trauer und Angst, aber auch von Hoffnung, Zusammenhalt und Lebensfreude.
An dem Projekt beteiligten sich auch Menschen, die haupt- oder ehrenamtlich im Hospiz arbeiten. Denn sie schaffen eine besondere Atmosphäre der gegenseitigen Achtung und hohen Wertschätzung. „Im Hospiz wird ein würdiger Umgang gepflegt, der ein beispielhaftes Miteinander auch für andere Lebensbereiche aufzeigen kann“, ist die positive Bilanz von Jörg Amonat.
Anlässlich des 35-jährigen Jubiläums des Bayerischen Hospiz- und Palliativverbandes (BHPV) wird die Wanderausstellung in allen sieben Regierungsbezirken Bayerns gezeigt. Somit rückt sie die Hospizarbeit in den Mittelpunkt und die damit verbundenen zentralen Fragen nach Menschenwürde, gesellschaftlichem Zusammenhalt und zivilgesellschaftlichem Engagement.
Am 12. Mai wurde die Ausstellung im Regensburger Krankenhaus feierlich eröffnet. Geschäftsführerin Sabine Beiser begrüßte die Gäste, während Dr. Adelheid Burkhart-Reichl, Vorsitzende des Fördervereins, durch die Veranstaltung führte. Jörg Modlmayr, Vorstandsmitglied des BHPV, hieß die Gäste mit einem Grußwort des Verbandes willkommen. Der Künstler Jörg Amonat erläuterte sein Ausstellungsprojekt. Anwesend waren zudem BHPV-Geschäftsführer Timo Grantz, Dr. Roland Braun, stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins und leitender Arzt der Palliativstation des Krankenhauses sowie Frater Eberhard Michl, Prior in Regensburg.
Für die musikalische Umrahmung sorgten die Schwestern Anna und Lena Manz an Cello und Violine. Die beiden Regensburger Schülerinnen sind Preisträgerinnen des Wettbewerbs „Jugend musiziert“.
Die Ausstellung WürdeMenschen ist bis Mitte September am Standort Prüfeninger Straße, Gartengeschoß, im Gang zwischen Mitarbeiterspeisesaal und Kirche (Haus Pius) zu besichtigen, bevor sie weiter nach Mühldorf am Inn wandert.
Gruppenfoto:
von links: (hinten)Timo Grantz, BHPV-Geschäftsführer, (vorne) Sabine Beiser, Geschäftsführerin des Krankenhauses, (hinten) Jörg Modlmayr, BHPV, (vorne) Jörg Amonat, Künstler, Dr. Roland Braun, stellv. Vorsitzender Förderverein, Dr. Adelheid Burkhart-Reichl, Vorsitzende Förderverein sowie Frater Eberhard, Prior in Regensburg.
Die Schwestern Anna und Lena Manz umrahmten mit ihrem Cello-Violin-Duett die Ausstellungseröffnung musikalisch. Die in Regensburg ansässigen Schülerinnen sind Preisträgerinnen des Musikwettbewerbes „Jugend musiziert“.
Fotos: © Lilian Mawhinney
Zum Künstler:
Der 1960 in Erfurt geborene Jörg Amonat lebt seit 2008 in Berlin. Nach einem Praktikum im Atelier der Bildhauerin Elly Viola Nahmmacher, Greiz und der Mitarbeit im Atelier des Bildhauers Friedemann Lenk, Leipzig, erhielt er 1991 Unterricht bei Professsor Gerhard Kurt Müller, Maler und Bildhauer, Leipzig.
1992 dann Studium der Bildhauerei bei Professor Christian Höpfner, Akademie der Bildenden Künste Nürnberg
1997 Aufbaustudium Kunst und öffentlicher Raum, Meisterschüler bei Professor Johannes Peter Hölzinger, Akademie der Bildenden Künste Nürnberg
seit 1999 als bildender Künstler selbstständig
Über sein Ausstellungsprojekt WürdeMenschen schreibt er: „Die Gestaltungsmittel und -techniken sind dabei nicht festgelegt. Die Medien, die ich einsetze, wechseln oder ergänzen sich: Fotografie, Text, Grafik, Film, Skulptur, Gesprächsgruppen und begleitende Veranstaltungen können Bestandteil einer Arbeit sein. Unabhängig davon, welches Medium ich wähle, es geschieht immer aus dem Selbstverständnis, Bildhauer zu sein und das jeweilige Thema formen zu können. Und so betrachte ich auch die Würde als einen lebendigen Gestaltungsprozess.“
Weite Informationen finden Sie hier:
Startseite - BHPV – Bayerischer Hospiz und Palliativverband
Im unteren Downloadbereich finden Sie den Flyer zur Ausstellung.






