Auf dem Weg zum Kapitel
Ein neues Kapitel für eine neue Provinz
Am 19. Januar 2026 beginnt im wahrsten Sinne ein neues Kapitel: Die Brüder der neuen Ordensprovinz Europa Mitte versammeln sich erstmals zum Provinzkapitel, um die künftige Provinzleitung zu wählen und die Weichen in die Zukunft zu stellen.– ein Blick hinter die Kulissen.
Das Provinzkapitel ist die höchste Entscheidungsebene innerhalb einer Ordensprovinz. Es findet alle vier Jahre statt und wird vom Generalprior des Ordens einberufen. In die Entscheidungsfindung bezüglich der Werke sind auch die leitenden Mitarbeitenden aus dem Provinzialat in Wien, der Ordensverwaltung in München und die Träger-Geschäftsführer aus Bayern anfangs eingebunden. Die Vorbereitungen begannen unter der Leitung des Regensburger Priors Frater Thomas bereits Monate im Voraus. Diesmal findet ein „Vorkapitel“ am 17.Januar statt, bei dem verschiedene Themen besprochen werden. Das Kapitel dient nicht nur der Wahl, sondern auch der Reflexion über die pastorale Ausrichtung, die sozialen Werke und die Zukunft der Brüdergemeinschaft.
Wer darf wählen – und wer wird gewählt?
Wahlberechtigt sind alle Brüder mit Einfacher Profess – also jene, die sich auf Zeit an den Orden gebunden haben. Sie wählen zunächst Vokale (Delegierte), die dann stimmberechtigt am Kapitel teilnehmen. Vokale müssen allerdings schon die Feierliche Profess haben – also jene, die sich dauerhaft an den Orden gebunden haben. Beim diesjährigen Kapitel sind es 16: je acht aus der ehemaligen Österreichischen und der ehemaligen Bayerischen Provinz. Auch der amtierende Provinzial und seine Definitoren (Räte) sind immer „von Amts wegen“ dabei. Auch der Kapitelpräsident ist wahlberechtigt im Provinzkapitel. Bei diesem Kapitel übernimmt dies Generalprior Frater Pascal.
Ein geistlicher Moment
Die Wahl zum Provinzial ist nicht nur ein organisatorischer Akt, sondern ein geistlicher Moment. Der Gewählte übernimmt Verantwortung für die spirituelle Entwicklung der Brüder, die strategische Ausrichtung der Provinz und die Umsetzung des Charismas der Hospitalität – der gelebten Barmherzigkeit.
Neben dem Provinzial werden bis zu vier Provinzräte gewählt, die gemeinsam mit ihm die Provinzleitung bilden. Anschließend ernennt der Provinzial – mit Zustimmung seines Rates – die Hausoberen, den Provinzsekretär, die Ausbilder und den Provinzökonomen. Alle Entscheidungen müssen vom Generalprior bestätigt werden, um rechtswirksam zu sein.
Zukunft gestalten – im Geist der Barmherzigkeit
Das Provinzkapitel ist mehr als nur eine Wahlversammlung. Es ist ein Ort der Weichenstellung. Hier wird beraten, entschieden und vernetzt. Die Brüder reflektieren ihre Arbeit in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und sozialen Projekten. Sie sprechen über Herausforderungen, Visionen und die geistliche Ausrichtung ihrer Gemeinschaft. Und sie zeigen: Auch in einem jahrhundertealten Orden wird Zukunft aktiv und demokratisch gestaltet – mit klarem Blick, gelebter Verantwortung und dem festen Willen, für andere da zu sein.


