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Obdachenlosenhilfe ...

Die Münchner Straßenambulanz
An drei Abenden in der Woche ist in München die Straßenambulanz, eine "rollende Arztpraxis", unterwegs. Die Besatzung besteht aus Dr. Barbara Peters-Steinwachs, die im Unterkunftsheim an der Pilgersheimer Straße eine Arztpraxis für obdachlose Menschen betreibt, und einem Krankenpfleger aus dem Krankenhaus Barmherzige Brüder.

1997 haben der Katholische Männerfürsorgeverein, die Arztpraxis und die Barmherzigen Brüder die Münchner Straßenambulanz auf den Weg gebracht. Das Auto wurde vom "Adventskalender" der Süddeutschen Zeitung finanziert. Bei dem Projekt geht es vor allem darum, die etwa 600 Menschen zu erreichen, die in München mehr oder weniger auf der Straße hausen und von sonstigen Hilfsangeboten kaum erreicht werden. Nicht wenige von ihnen sind krank. Aber die Schwelle einer Arztpraxis oder eines Krankenhauses zu überschreiten, bringen die meisten nicht fertig. Deshalb fährt die Straßenambulanz drei Mal in der Woche zwischen 18 Uhr und Mitternacht zu Treffpunkten und Schlafstellen von Wohnungslosen, an denen die Ärztin und der Krankenpfleger ihre Hilfe bei gesundheitlichen Problemen anbieten.

Dieses niedrigschwellige Angebot stellt oft nur den ersten Schritt dar zu weiteren Hilfen für die Betroffenen. Aus diesem Grund ist die Vernetzung mit anderen Diensten sehr wichtig. Beispielsweise mit Streetworkern, mit dem Sozialen Beratungsdienst des Unterkunftsheims an der Pilgersheimer Straße oder mit dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, in das schon häufig schwerkranke Wohnungslose zur Behandlung aufgenommen wurden.

Download (PDF): Faltblatt der Münchner Straßenambulanz

Blick zurück
Dieses Engagement für obdachlose Menschen ist nicht das erste, auf das sich die Barmherzigen Brüder in München eingelassen haben. Bereits im Jahr 1927 übernahm der Orden die Leitung von Münchens Obdachlosenhaus in der Lothstraße, das über 320 Betten verfügte. Die Nazis sahen das Wirken der Brüder naturgemäß kritisch. Die Stadt München kündigte den Vertrag mit dem Orden zum 31. Juli 1935 und übernahm die Verwaltung des Obdachlosenhauses wieder in eigener Regie.