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Ordens - ABC

Ordenskleid (Habit)

Bereits in der frühen Kirche war der Kleiderwechsel und das Anziehen eines Habits Ausdruck eines asketischen Lebens. Als Standeskleidung ist die Ordenstracht doppelt begründet: einmal als Zeichen der Zugehörigkeit zum Ordensstand, zum anderen als Unterscheidungsmerkmal im Blick auf andere Ordensgemeinschaften. Die feierliche Überreichung des Ordenskleides in der Zeremonie der Einkleidung ist nach den jeweiligen Satzungen der Orden ein Bestandteil der Aufnahme in die Gemeinschaft.

Die spezifische Ordenstracht einzelner Gemeinschaften hat sich im Laufe der Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte ihres Bestehens immer wieder verändert. Beeindruckend ist die Vielfalt der verschiedenen weiblichen Ordenstrachten. In den letzten Jahrzehnten sind eigene kleine Museen zu diesem Thema entstanden.

In den Generalstatuten des Hospitalordens des heiligen Johannes von Gott lesen wir in Artikel 74: „Der Ordenshabit, den wir bei der ersten Profess erhalten, besteht aus einem Talar, der von einem auf der linken Seite herabhängenden Ledergürtel zusammengehalten wird und aus einem Skapulier mit einer Kapuze. Der Ordenshabit ist von schwarzer Farbe. ... Wenn die Mitbrüder den Habit nicht tragen, sollen sie sich immer bescheiden kleiden und nach dem Landesbrauch ein äußeres Zeichen haben, das ihren Stand als Gott geweihte Personen ausweist.“

Die Konstitutionen der Barmherzigen Brüder sagen zum Thema Habit: Er ist ein Zeichen des gottgeweihten Lebens und ein Zeichen der Armut (vgl. Artikel 68). Der Gürtel eines Habits wird auch als Zingulum bezeichnet. Die Form, wie ihn die Barmherzigen tragen, ist ein Hinweis darauf, dass der Orden die Regel des heiligen Augustinus befolgt. Bei dem Skapulier handelt es sich ursprünglich wohl um eine Arbeitsschürze. Theologisch wird das Skapulier als Weihe an die Gottesmutter Maria gedeutet, die den Barmherzigen Brüdern besonders am Herzen liegt.